Drei große Energieunternehmen haben innerhalb der letzten sechs Jahre Insolvenz anmelden müssen. Mitte 2011 war es der Insolvenzantrag von Teldafax, dem ehemals größten unabhängigen Energieanbieter in Deutschland, der durch die Medien ging. Nur zwei Jahre später musste der Stromanbieter Flexstrom AG mit seinen Tochtergesellschaften OptimalGrün und Löwenzahn Energie Insolvenz anmelden. 2017 traf es Care-Energy. Und nun kommen noch zwei dazu. Die Deutsche Energie GmbH (DEG) und die Bayerische Energieversorgungsgesellschafhat (BEV) haben sich verkalkuliert und können ihre eigenen Kunden nicht mehr mit Strom und Gas beliefern.

Die Pleiten der vergangenen Jahre zeigt deutlich: Unternehmen ohne ein nachhaltiges Geschäftsmodell sind kein Einzelfall. Leidtragende sind in allen Fällen die Kunden, die währenddessen in die teure Grundversorgung ihres örtlichen Versorgers fallen. Großkunden mit speziellen Verträgen müssen sich selbst um einen anderen Anbieter kümmern. Und die Suche

Teldafax verkaufte beispielsweise Strom besonders günstig gegen Vorkasse und versprach hohe Bonuszahlungen. Die wurden jedoch häufig gar nicht gezahlt, wie sich später herausstellte. Billige Vorkasse-Verträge und fehlende Auszahlungen des „Neukunden-Bonus“ wurden auch Flexstrom-Kunden zum Verhängnis. CareEnergy lockte seine Kunden mit dem Versprechen keine EEG-Umlage zu berechnen. Die Netzbetreiber verlangten diese trotzdem. Deren hohe Nachzahlungsforderungen bedeuteten für CareEnergy das Unternehmensaus.
Seit den Insolvenzen von Teldafax und Flexstrom sind Verbraucher bei Vorkasse-Tarifen vorsichtig geworden. Immer mehr bleiben auch bei ihrem teuren Grundversorgungstarif, aus Angst an einen unseriösen Anbieter zu geraten.